Medizintechnik · FZulG-berechtigt

Forschungszulage für Medizin
technik

Medizintechnikunternehmen entwickeln lebensrettende Produkte und Systeme – und gehören zu den stärksten Nutzern der FZulG-Förderung. Wer aktive Medizinprodukte, KI-Diagnostik oder Biosensoren entwickelt, erhält bis zu 25 % der F&E-Personalkosten steuerlich erstattet.

Förderquote bis 25 % Vor MDR-Zulassung förderfähig Rückwirkend bis 2020
Auf einen Blick
  • Medizintechnik-Unternehmen erhalten bis zu 25 % der F&E-Aufwendungen als Steuergutschrift.
  • Förderfähig: neue Medizinprodukte, innovative Diagnostik, Implantat-Forschung, DiGA-Entwicklung.
  • MedTech-Startups: Eigenleistungen der Gründer sind mit 100 €/Stunde förderfähig.
  • Klinische Studien zur Erprobung neuer Technologien sind förderfähig (reine MDR-Konformität nicht).

Regulatorik als Fördervorteil

Die Medizintechnikbranche profitiert besonders von der Forschungszulage, weil die strenge MDR-Regulatorik (EU 2017/745) inherent technische Unsicherheiten erzeugt. Die Entwicklung nach IEC 62304 (Software), ISO 13485 (QM) oder ISO 14971 (Risikomanagement) erfordert systematisches Vorgehen unter Unsicherheit – genau das, was die BSFZ als förderfähige F&E anerkennt.

Besonders relevant: Software als Medizinprodukt (SaMD) nach Klasse IIa/IIb ist nahezu immer förderfähig, da klinische Validierung, Algorithmenverifikation und regulatorische Tests technische Unsicherheiten beinhalten. NOVARIS hat hier besondere Expertise bei der Abgrenzung von F&E- und Routinevalidierung.

Die durchschnittliche Erstattung für MedTech-Unternehmen liegt bei 120.000–380.000 € pro Jahr – abhängig von der Anzahl der F&E-Mitarbeiter und dem Anteil regulatorisch bedingter Entwicklungsarbeit.

Verwandte Branchen: Pharma (Kombinationsprodukte Drug-Device) · Software & IT (SaMD-Entwicklung)
Förderfähige Projekte

Was wird in der
Medizintechnik gefördert?

Diese Projekttypen sind typischerweise nach FZulG §2 förderfähig – sofern technische Unsicherheit vorlag und das Ziel nicht mit bestehenden Methoden erreichbar war.

Typischerweise förderfähig

Aktive Medizinprodukte

Entwicklung neuartiger aktiver Implantate, Therapiegeräte oder diagnostischer Hardware, die neue Wirkmechanismen oder Messprinzipien nutzen.

Neue Sensorprinzipien für Vitalparameter
Miniaturisierte Implantate mit neuem Energiekonzept
Neuartige Therapiegeräte (Laser, Ultraschall, HF)
Typischerweise förderfähig

SaMD & KI-Diagnostik

Entwicklung von Software as a Medical Device (SaMD) und KI-gestützten Diagnosesystemen, die klinische Entscheidungen unterstützen oder autonom treffen.

KI-Bildanalyse für Radiologie & Pathologie
Clinical Decision Support Systeme (CDSS)
Prädiktive Algorithmen für Patientenrisiken
Typischerweise förderfähig

In-vitro-Diagnostika & Biosensoren

Entwicklung neuer Nachweismethoden, Biosensor-Plattformen oder Point-of-Care-Tests, die überlegene Sensitivität, Spezifität oder Miniaturisierung erreichen.

Neue elektrochemische Biosensor-Plattformen
Lab-on-Chip & Mikrofluidik-Systeme
Point-of-Care-Diagnostik für seltene Marker
Wann qualifiziert sich Ihr Projekt?

FZulG-Kriterien für
Medizintechnik-Projekte

Technische oder wissenschaftliche Neuheit

Das Produkt oder Verfahren geht über bestehende Medizinprodukte oder diagnostische Methoden hinaus.

Technisches Risiko

Ergebnisoffene Entwicklung mit iterativen Prüf- und Testphasen, dokumentiert in Laborberichten und Design-History-Files.

F&E vor Zulassungsphase

Die F&E-Phase vor dem MDR-/IVDR-Zulassungsprozess ist typischerweise förderfähig; reine Zulassungsaktivitäten sind es nicht.

Systematische Dokumentation

Design-History-Files, Prüfberichte und Entwicklungsberichte belegen die F&E-Tätigkeit gegenüber dem Finanzamt.

Wichtig zu wissen

Software as a Medical Device (SaMD) ist vollständig förderfähig – auch ohne physisches Gerät. Der reine Software-F&E-Aufwand zählt vollständig zur Bemessungsgrundlage.

Förderfähig sind: Entwicklungsingenieure, klinische Wissenschaftler, Softwareentwickler sowie Auftragsforschung an Kliniken (70 % der Vergütung).

Typische Förderung pro Medizintechnik-Projekt: 60.000 – 250.000 €/Jahr

Medizintechnik-Entwicklung – Forschung an medizinischen Geräten

“Der vorherige Berater hatte € 120.000 identifiziert. NOVARIS fand zusätzliche € 85.000 — vor allem in der Software-Validierung.”

Medizintechnik-Hersteller, Bayern
BSFZ · 2024
MedTech · +71 % nach Beraterwechsel

Vorheriger Berater: € 120.000. NOVARIS fand zusätzliche förderfähige Aufwendungen in Software-Validierung und klinischen Studiendesigns.

€ 205,000/ Jahr gesichert
Gesamtbilanz · Medizintechnik

5+ Projekte betreut, 100 % Bewilligungsquote.

€ 1,8 Mio.insgesamt gesichert

Ohne vs. mit NOVARIS — typischer Unterschied

Identifizierte F&E-Anteile
Ohne NOVARIS
32 %
Mit NOVARIS
64 %
Jährliche Forschungszulage
Ohne NOVARIS
€ 48K
Mit NOVARIS
€ 90K
BSFZ-Bewilligungsquote
Ohne NOVARIS
~62 %
Mit NOVARIS
100 %

Illustratives Beispiel basierend auf durchschnittlichen Mandantenergebnissen. Tatsächliche Ergebnisse variieren.

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Forschungszulage für Medizintechnik

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Branchenspezifisch

Branchenspezifische Anforderungen in der Medizintechnik

Die Medizintechnikbranche profitiert von einer besonderen Synergie zwischen regulatorischer Dokumentation und F&E-Nachweisen. Die Medical Device Regulation (MDR 2017/745) verlangt umfangreiche technische Dokumentation – klinische Bewertungen, Risikoanalysen nach ISO 14971, Gebrauchstauglichkeitsprüfungen nach IEC 62366 – die sich zu großen Teilen als Nachweis für die Forschungszulage wiederverwenden lässt. Unternehmen, die ohnehin MDR-konforme Produktakten führen, haben damit einen erheblichen Vorteil bei der BSFZ-Antragstellung.

Klinische Studien und Biokompatibilitätsprüfungen sind Paradebeispiele förderfähiger experimenteller Entwicklung. Biokompatibilitätstests nach ISO 10993 (Zytotoxizität, Sensibilisierung, Irritation, systemische Toxizität) erfordern systematische Versuchsreihen mit unsicherem Ausgang – genau das Kriterium, das die BSFZ für die Anerkennung als F&E fordert. Gleiches gilt für Sterilisationsvalidierungen, Alterungstests und Leistungsprüfungen im Rahmen der klinischen Bewertung. Personalkosten für Regulatory-Affairs-Mitarbeiter, die an der wissenschaftlichen Evaluierung beteiligt sind, können anteilig berücksichtigt werden.

Der CE-Kennzeichnungsprozess für Medizinprodukte der Klassen IIa, IIb und III umfasst zahlreiche F&E-relevante Aktivitäten. Die Entwicklung und Validierung von Prüfmethoden, die Erstellung klinischer Prüfpläne, die Durchführung von Verifizierungs- und Validierungsprotokollen (V&V) sowie die Zusammenarbeit mit Benannten Stellen erzeugen förderfähige Personalkosten. Besonders bei Software als Medizinprodukt (SaMD) gemäß IEC 62304 liegen die F&E-Anteile typischerweise bei 50–70 % der Gesamtentwicklungskosten.

Unsere Berater mit medizintechnischem Hintergrund erkennen förderfähige Projekte dort, wo Generalisten sie übersehen: in der Weiterentwicklung von Bestandsprodukten (z. B. neue Materialien für Implantate, verbesserte Algorithmen für Bildgebungsverfahren, miniaturisierte Sensorik für Patientenmonitoring). Auch die Entwicklung von Kombinationsprodukten (Drug-Device-Combinations) und In-vitro-Diagnostika bietet erhebliches Förderpotenzial.

Typische Fördersummen in der Medizintechnik

Rechenbeispiel: Medizintechnik-KMU mit 30 Mitarbeitern

  • • 6 F&E-Ingenieure und 2 Regulatory-Affairs-Spezialisten (Bruttolohn: 720.000 €)
  • • Förderfähiger F&E-Anteil (ca. 55 %): 396.000 €
  • • Biokompatibilitätstests extern: 90.000 € (70 % = 63.000 € förderfähig)
  • • Forschungszulage (25 %): 114.750 € / Jahr

Rechenbeispiel: SaMD-Hersteller (Software als Medizinprodukt)

  • • 4 Software-Entwickler, 1 Quality-Manager (Bruttolohn: 450.000 €)
  • • F&E-Anteil IEC 62304-Konformität (ca. 65 %): 292.500 €
  • • Jährliche Forschungszulage: 73.125 €
Projektbeispiele im Detail

Förderfähige Medizintechnik-Projekte im Detail

Entwicklung von Medizinprodukten der Klasse II und III
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Entwicklung von Medizinprodukten der Klasse II und III

Die Entwicklung von Medizinprodukten der Risikoklassen II und III gemäß MDR Anhang VIII stellt einen der häufigsten Fördergegenstände im Bereich der Forschungszulage dar. Klasse-IIa- und IIb-Produkte wie aktive therapeutische Geräte, implantierbare Sensorsysteme oder bildgebende Diagnosegeräte erfordern umfangreiche Forschungs- und Entwicklungsarbeit, bevor sie in die regulatorische Phase eintreten können. Die technische Unsicherheit liegt häufig in der Entwicklung neuer Wirkmechanismen, der Miniaturisierung von Baugruppen oder der Integration neuartiger Materialien. Klasse-III-Produkte – etwa aktive Implantate, Drug-Eluting-Stents oder neuartige Herzschrittmacher – weisen aufgrund ihres hohen Risikoprofils besonders intensive F&E-Phasen auf. Die iterative Designentwicklung, Prototypenfertigung und präklinische Validierung sind typischerweise vollständig förderfähig.

Software as a Medical Device (SaMD) unter der MDR

Software als Medizinprodukt (SaMD) hat sich zu einer der am dynamischsten wachsenden Kategorien in der Forschungszulage entwickelt. Gemäß der Medical Device Regulation wird eigenständige Software, die diagnostische oder therapeutische Funktionen übernimmt, als Medizinprodukt klassifiziert. Die Entwicklung solcher Softwarelösungen nach IEC 62304 umfasst zahlreiche F&E-relevante Aktivitäten: die Konzeption und das Training von KI-Modellen für bildgebende Diagnostik, die Entwicklung von Algorithmen für klinische Entscheidungsunterstützungssysteme (CDSS), die Validierung prädiktiver Modelle anhand klinischer Datensätze und die Erarbeitung neuer Datenverarbeitungsarchitekturen für Echtzeit-Patientenüberwachung. Der F&E-Anteil bei SaMD-Projekten liegt erfahrungsgemäß bei 50 bis 70 Prozent der Gesamtkosten, was sie zu besonders attraktiven Förderkandidaten macht.

Software as a Medical Device (SaMD) unter der MDR
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Neuartige diagnostische Bildgebungsalgorithmen
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Neuartige diagnostische Bildgebungsalgorithmen

Die Entwicklung innovativer Bildgebungsalgorithmen für die medizinische Diagnostik ist ein Paradebeispiel förderfähiger experimenteller Entwicklung. Dazu gehören Deep-Learning-Modelle für die automatisierte Erkennung pathologischer Veränderungen in CT-, MRT- oder Ultraschallbildern, Algorithmen für die dreidimensionale Rekonstruktion aus zweidimensionalen Aufnahmen sowie Verfahren zur Bildverbesserung und Rauschunterdrückung in niedrig dosierten Röntgenaufnahmen. Die technische Unsicherheit manifestiert sich in der Frage, ob die entwickelten Algorithmen eine ausreichende Sensitivität und Spezifität erreichen, um klinisch relevante Entscheidungen zu unterstützen. Auch die Entwicklung multimodaler Fusionsalgorithmen, die verschiedene Bildgebungsmodalitäten kombinieren, qualifiziert sich regelmäßig für die Forschungszulage.

Implantatmaterialforschung

Die Erforschung und Entwicklung neuer Implantatmaterialien stellt einen hochgradig förderfähigen F&E-Bereich dar. Hierzu zählen die Entwicklung bioresorbierbarer Polymere und Keramiken für orthopädische Implantate, die Oberflächenfunktionalisierung von Titanimplantaten zur Verbesserung der Osseointegration, die Erforschung antimikrobieller Beschichtungen zur Reduktion postoperativer Infektionen sowie die Entwicklung von Shape-Memory-Legierungen für selbstexpandierende Stents. Die systematische Materialcharakterisierung nach ISO 10993 – einschließlich Zytotoxizitätstests, Hämokompatibilitätsprüfungen und Langzeitdegradationsstudien – erzeugt umfangreiche förderfähige Personalkosten. Besonders die Entwicklung patientenspezifischer Implantatdesigns mittels additiver Fertigung (3D-Druck) eröffnet neue Fördermöglichkeiten, da hier materialwissenschaftliche Grundlagenforschung mit angewandter Produktentwicklung verschmilzt.

Implantatmaterialforschung
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FAQ

Häufige Fragen

Reine Zulassungsaktivitäten – wie das Erstellen technischer Dokumentation, Notified-Body-Kommunikation oder Post-Market-Surveillance – sind nicht förderfähig. Jedoch ist die vorgelagerte F&E-Phase, in der neue technische Lösungen erarbeitet werden, vollständig förderfähig. NOVARIS grenzt F&E-Anteile präzise von regulatorischen Tätigkeiten ab, um das maximale Potenzial auszuschöpfen.
Klinische Studien, die primär der Erkenntnisgewinnung über ein neues Wirkprinzip oder eine neue Technologie dienen, können als experimentelle Entwicklung nach FZulG förderfähig sein. Studien, die ausschließlich dem Nachweis der Sicherheit und Leistung für die CE-Kennzeichnung dienen, haben es schwerer. Eine klare Abgrenzung ist entscheidend – NOVARIS erstellt eine belastbare Argumentation gegenüber dem BAFA.
Ja, SaMD ist eine der am stärksten wachsenden Kategorien in der FZulG-Förderung. Algorithmenentwicklung, Modelltraining, Validierung und klinische Evaluierung der KI-Komponente sind förderfähig, soweit sie wissenschaftliche Neuartigkeit und technische Unsicherheit aufweisen. Die regulatorische Klassifizierung nach MDR Anhang VIII beeinflusst die Förderfähigkeit nicht direkt.
ZULASSUNG & FöRDERUNG

Zulassungsrelevante F&E als Förderhebel

Die EU-Medizinprodukteverordnung (MDR 2017/745) hat den regulatorischen Aufwand massiv erhöht – und damit auch das Potenzial für förderfähige F&E-Tätigkeiten.

MDR-Konformitätsbewertung

Die MDR verlangt umfassende klinische Bewertungen und Leistungsnachweise. Wenn Hersteller dafür neue Testverfahren, Biokompatibilitätsstudien oder innovative Prüfmethoden entwickeln müssen, handelt es sich häufig um förderfähige experimentelle Entwicklung – die technische Unsicherheit liegt in der Frage, ob die neuen Methoden die strengeren MDR-Anforderungen erfüllen.

CE-Kennzeichnung & Klassifizierung

Die MDR hat viele Produkte in höhere Risikoklassen eingestuft (Upclassification). Hersteller müssen neuartige Verifizierungs- und Validierungsmethoden entwickeln, um die strengeren Anforderungen für Klasse IIb und III zu erfüllen. Diese Methodenentwicklung ist ein klassischer Fall von experimenteller Entwicklung im FZulG-Sinne.

Biokompatibilitäts­prüfung

Die Entwicklung neuer Biokompatibilitätstests nach ISO 10993, insbesondere für neuartige Materialien oder Oberflächenbeschichtungen, ist ein häufig übersehener Förderbereich. Wenn bestehende Normen keine geeigneten Prüfverfahren vorsehen, liegt eine klare technische Unsicherheit vor.

MDR-Effekt: Seit Geltung der MDR im Mai 2021 ist der F&E-Aufwand in der Medizintechnik-Branche um durchschnittlich 25–35 % gestiegen (BVMed). Viele dieser zusätzlichen Tätigkeiten – insbesondere bei klinischen Bewertungen und Leistungsstudien – sind über die Forschungszulage förderfähig.

Warum Eigenanträge scheitern

Der FZulG-Antragsprozess ist technisch komplex und voller Fallstricke. BSFZ-Ablehnungen, fehlerhafte Kostenallokationen und versäumte Fristen kosten deutsche Unternehmen jährlich Millionen an nicht beanspruchter Förderung.

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Max Nodes
Max Nodes
Geschäftsführer & Gründer von NOVARIS Consulting. Spezialisiert auf die steuerliche Forschungsförderung (FZulG) mit 100% Bewilligungsquote. Mehr erfahren