Forschungszulage für Medizin
technik
Medizintechnikunternehmen entwickeln lebensrettende Produkte und Systeme – und gehören zu den stärksten Nutzern der FZulG-Förderung. Wer aktive Medizinprodukte, KI-Diagnostik oder Biosensoren entwickelt, erhält bis zu 25 % der F&E-Personalkosten steuerlich erstattet.
- •Medizintechnik-Unternehmen erhalten bis zu 25 % der F&E-Aufwendungen als Steuergutschrift.
- •Förderfähig: neue Medizinprodukte, innovative Diagnostik, Implantat-Forschung, DiGA-Entwicklung.
- •MedTech-Startups: Eigenleistungen der Gründer sind mit 100 €/Stunde förderfähig.
- •Klinische Studien zur Erprobung neuer Technologien sind förderfähig (reine MDR-Konformität nicht).
Regulatorik als Fördervorteil
Die Medizintechnikbranche profitiert besonders von der Forschungszulage, weil die strenge MDR-Regulatorik (EU 2017/745) inherent technische Unsicherheiten erzeugt. Die Entwicklung nach IEC 62304 (Software), ISO 13485 (QM) oder ISO 14971 (Risikomanagement) erfordert systematisches Vorgehen unter Unsicherheit – genau das, was die BSFZ als förderfähige F&E anerkennt.
Besonders relevant: Software als Medizinprodukt (SaMD) nach Klasse IIa/IIb ist nahezu immer förderfähig, da klinische Validierung, Algorithmenverifikation und regulatorische Tests technische Unsicherheiten beinhalten. NOVARIS hat hier besondere Expertise bei der Abgrenzung von F&E- und Routinevalidierung.
Die durchschnittliche Erstattung für MedTech-Unternehmen liegt bei 120.000–380.000 € pro Jahr – abhängig von der Anzahl der F&E-Mitarbeiter und dem Anteil regulatorisch bedingter Entwicklungsarbeit.
Was wird in der
Medizintechnik gefördert?
Diese Projekttypen sind typischerweise nach FZulG §2 förderfähig – sofern technische Unsicherheit vorlag und das Ziel nicht mit bestehenden Methoden erreichbar war.
Aktive Medizinprodukte
Entwicklung neuartiger aktiver Implantate, Therapiegeräte oder diagnostischer Hardware, die neue Wirkmechanismen oder Messprinzipien nutzen.
SaMD & KI-Diagnostik
Entwicklung von Software as a Medical Device (SaMD) und KI-gestützten Diagnosesystemen, die klinische Entscheidungen unterstützen oder autonom treffen.
In-vitro-Diagnostika & Biosensoren
Entwicklung neuer Nachweismethoden, Biosensor-Plattformen oder Point-of-Care-Tests, die überlegene Sensitivität, Spezifität oder Miniaturisierung erreichen.
FZulG-Kriterien für
Medizintechnik-Projekte
Das Produkt oder Verfahren geht über bestehende Medizinprodukte oder diagnostische Methoden hinaus.
Ergebnisoffene Entwicklung mit iterativen Prüf- und Testphasen, dokumentiert in Laborberichten und Design-History-Files.
Die F&E-Phase vor dem MDR-/IVDR-Zulassungsprozess ist typischerweise förderfähig; reine Zulassungsaktivitäten sind es nicht.
Design-History-Files, Prüfberichte und Entwicklungsberichte belegen die F&E-Tätigkeit gegenüber dem Finanzamt.
Software as a Medical Device (SaMD) ist vollständig förderfähig – auch ohne physisches Gerät. Der reine Software-F&E-Aufwand zählt vollständig zur Bemessungsgrundlage.
Förderfähig sind: Entwicklungsingenieure, klinische Wissenschaftler, Softwareentwickler sowie Auftragsforschung an Kliniken (70 % der Vergütung).
Typische Förderung pro Medizintechnik-Projekt: 60.000 – 250.000 €/Jahr
Vorheriger Berater: € 120.000. NOVARIS fand zusätzliche förderfähige Aufwendungen in Software-Validierung und klinischen Studiendesigns.
5+ Projekte betreut, 100 % Bewilligungsquote.
Ohne vs. mit NOVARIS — typischer Unterschied
Illustratives Beispiel basierend auf durchschnittlichen Mandantenergebnissen. Tatsächliche Ergebnisse variieren.
Branchenspezifische Anforderungen in der Medizintechnik
Die Medizintechnikbranche profitiert von einer besonderen Synergie zwischen regulatorischer Dokumentation und F&E-Nachweisen. Die Medical Device Regulation (MDR 2017/745) verlangt umfangreiche technische Dokumentation – klinische Bewertungen, Risikoanalysen nach ISO 14971, Gebrauchstauglichkeitsprüfungen nach IEC 62366 – die sich zu großen Teilen als Nachweis für die Forschungszulage wiederverwenden lässt. Unternehmen, die ohnehin MDR-konforme Produktakten führen, haben damit einen erheblichen Vorteil bei der BSFZ-Antragstellung.
Klinische Studien und Biokompatibilitätsprüfungen sind Paradebeispiele förderfähiger experimenteller Entwicklung. Biokompatibilitätstests nach ISO 10993 (Zytotoxizität, Sensibilisierung, Irritation, systemische Toxizität) erfordern systematische Versuchsreihen mit unsicherem Ausgang – genau das Kriterium, das die BSFZ für die Anerkennung als F&E fordert. Gleiches gilt für Sterilisationsvalidierungen, Alterungstests und Leistungsprüfungen im Rahmen der klinischen Bewertung. Personalkosten für Regulatory-Affairs-Mitarbeiter, die an der wissenschaftlichen Evaluierung beteiligt sind, können anteilig berücksichtigt werden.
Der CE-Kennzeichnungsprozess für Medizinprodukte der Klassen IIa, IIb und III umfasst zahlreiche F&E-relevante Aktivitäten. Die Entwicklung und Validierung von Prüfmethoden, die Erstellung klinischer Prüfpläne, die Durchführung von Verifizierungs- und Validierungsprotokollen (V&V) sowie die Zusammenarbeit mit Benannten Stellen erzeugen förderfähige Personalkosten. Besonders bei Software als Medizinprodukt (SaMD) gemäß IEC 62304 liegen die F&E-Anteile typischerweise bei 50–70 % der Gesamtentwicklungskosten.
Unsere Berater mit medizintechnischem Hintergrund erkennen förderfähige Projekte dort, wo Generalisten sie übersehen: in der Weiterentwicklung von Bestandsprodukten (z. B. neue Materialien für Implantate, verbesserte Algorithmen für Bildgebungsverfahren, miniaturisierte Sensorik für Patientenmonitoring). Auch die Entwicklung von Kombinationsprodukten (Drug-Device-Combinations) und In-vitro-Diagnostika bietet erhebliches Förderpotenzial.
Typische Fördersummen in der Medizintechnik
Rechenbeispiel: Medizintechnik-KMU mit 30 Mitarbeitern
- • 6 F&E-Ingenieure und 2 Regulatory-Affairs-Spezialisten (Bruttolohn: 720.000 €)
- • Förderfähiger F&E-Anteil (ca. 55 %): 396.000 €
- • Biokompatibilitätstests extern: 90.000 € (70 % = 63.000 € förderfähig)
- • Forschungszulage (25 %): 114.750 € / Jahr
Rechenbeispiel: SaMD-Hersteller (Software als Medizinprodukt)
- • 4 Software-Entwickler, 1 Quality-Manager (Bruttolohn: 450.000 €)
- • F&E-Anteil IEC 62304-Konformität (ca. 65 %): 292.500 €
- • Jährliche Forschungszulage: 73.125 €
Förderfähige Medizintechnik-Projekte im Detail
Häufige Fragen
Weiterführende Inhalte zur Forschungszulage
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Zulassungsrelevante F&E als Förderhebel
Die EU-Medizinprodukteverordnung (MDR 2017/745) hat den regulatorischen Aufwand massiv erhöht – und damit auch das Potenzial für förderfähige F&E-Tätigkeiten.
MDR-Effekt: Seit Geltung der MDR im Mai 2021 ist der F&E-Aufwand in der Medizintechnik-Branche um durchschnittlich 25–35 % gestiegen (BVMed). Viele dieser zusätzlichen Tätigkeiten – insbesondere bei klinischen Bewertungen und Leistungsstudien – sind über die Forschungszulage förderfähig.
