Forschungszulage für Bau-
industrie
Die Baubranche befindet sich im digitalen und ökologischen Wandel. Unternehmen, die an BIM-Software, nachhaltigen Baustoffen oder Baurobotik forschen und entwickeln, erhalten bis zu 25 % der F&E-Personalkosten steuerlich erstattet.
- •Bauindustrie-Unternehmen erhalten bis zu 25 % der F&E-Aufwendungen als Steuergutschrift.
- •Förderfähig: neue Baustoffe, 3D-Druck, BIM-Entwicklung, energetische Gebäudeoptimierung, Robotik im Bau.
- •Auch kleine Handwerksbetriebe können profitieren – die Forschungszulage ist rechtsformunabhängig.
- •Personal-, Sach- und Auftragsforschungskosten sind ansetzbar. Bemessungsgrundlage: bis 12 Mio. €.
Bauindustrie: Innovation trotz Tradition
Die Bauindustrie mag traditionell wirken, doch die Digitalisierung (BIM, digitale Zwillinge), neue Baustoffe und nachhaltige Bauweisen treiben massive F&E-Investitionen. Projekte mit technischer Unsicherheit – etwa die Entwicklung neuer Betonrezepturen, modularer Bausysteme oder automatisierter Baustellenlogistik – sind nach FZulG förderfähig.
Besonders unterschätzt: Bauverfahrensinnovationen wie 3D-Druck im Bau, robotergestützte Fertigung von Holzbauelementen oder neuartige Gründungstechniken. Die BSFZ bewertet nicht, ob das Ergebnis patentierbar ist, sondern ob der Entwicklungsweg technisch unsicher war – ein Kriterium, das im Bau häufig erfüllt ist.
NOVARIS hat Erfahrung mit Bauunternehmen, Bauzulieferern und Planungsbüros. Typische Erstattung: 80.000–300.000 € pro Jahr – besonders bei Unternehmen mit eigener Forschungsabteilung oder Prototypenfertigung.
Was wird in der
Bauindustrie gefördert?
Diese Projekttypen sind typischerweise nach FZulG §2 förderfähig – sofern technische Unsicherheit vorlag und das Ziel nicht mit Standardmethoden erreichbar war.
BIM-Software & Digitale Planung
Entwicklung neuer BIM-Workflows, proprietärer Plug-ins, KI-gestützter Kollisionserkennung oder automatisierter Mengenermittlung, die weit über marktübliche Planungstools hinausgehen.
Nachhaltige Baustoffe & Materialien
Entwicklung neuer Baustoffformulierungen, CO₂-armer Bindemittel, bio-basierter Dämmstoffe oder Recycling-Baustoffe, die technische Hürden bei Tragfähigkeit, Dauerhaftigkeit oder Verarbeitung überwinden.
Baurobotik & automatisierte Bauverfahren
Entwicklung autonomer Bausysteme, additiver Fertigungsverfahren (3D-Druck im Bauwesen) oder robotergestützter Montagesysteme, die Präzision, Geschwindigkeit und Arbeitssicherheit revolutionieren.
FZulG-Kriterien für
Bauindustrie-Projekte
Das Verfahren, Material oder System geht über marktübliche Bautechnik und etablierte Planungsstandards hinaus.
Bauteil-Tests, Materialversuche und iterative Prototypentwicklung belegen, dass Erfolg nicht vorhersehbar war.
Versuchsprotokolle, Prüfberichte (z.B. DIN/EN-Tests) und Entwicklungsdokumentationen belegen die wissenschaftliche Methodik.
Reguläre Architektur- und Ingenieurleistungen sowie Standard-BIM-Anwendung sind nicht förderfähig – nur echte F&E-Tätigkeiten zählen.
Auch Muster- und Pilotbauten als Demonstratoren für neue Bautechnologien sind förderfähig – sofern ihr primärer Zweck die Erkenntnisgewinnung und nicht die reguläre Nutzung ist.
Förderfähig sind: BIM-Entwickler, Materialforscher, Robotik-Ingenieure sowie Auftragsforschung an Hochschulen und Forschungsinstituten (70 %).
Typische Förderung pro Bauindustrie-Projekt: 50.000 – 200.000 €/Jahr
Vorheriger Berater: € 60.000. NOVARIS identifizierte zusätzliche F&E in BIM-Algorithmen und Materialmodellierung.
4+ Projekte betreut, 100 % Bewilligungsquote.
Ohne vs. mit NOVARIS — typischer Unterschied
Illustratives Beispiel basierend auf durchschnittlichen Mandantenergebnissen. Tatsächliche Ergebnisse variieren.
Branchenspezifische Anforderungen in der Bauindustrie
Die Bauindustrie wird häufig nicht als klassische F&E-Branche wahrgenommen – zu Unrecht. Building Information Modeling (BIM) entwickelt sich zum zentralen Treiber bautechnologischer Innovation. Die Entwicklung proprietärer BIM-Plugins, parametrischer Entwurfsalgorithmen, digitaler Zwillinge für Gebäude und KI-gestützter Planungsoptimierung erzeugt erhebliche förderfähige F&E-Kosten. Wenn Ihr Unternehmen eigene BIM-Workflows entwickelt, die über die reine Anwendung kommerzieller Software (Revit, ArchiCAD, Allplan) hinausgehen, bestehen gute Fördermöglichkeiten.
Die Entwicklung und Erprobung neuartiger Baustoffe ist ein förderfähiger Kernbereich. Ultra-hochfester Beton (UHPC), Textilbeton, selbstheilende Betone mit Bakterieneinschluss, Leichtbaustoffe aus Recycling-Materialien und biobasierte Dämmstoffe erfordern systematische Versuchsreihen zur Bestimmung mechanischer Kennwerte, Dauerhaftigkeitsprüfungen und Brandschutznachweise. Die Prüfung nach DIN EN 206 (Beton), DIN EN 1992 (Stahlbetonbau) und DIN 4108 (Wärmeschutz) erzeugt umfangreiche Versuchsdokumentation, die sich als F&E-Nachweis eignet.
Struktursimulationen und Tragwerksoptimierung mit FEM-Software stellen förderfähige F&E dar, wenn sie über reine Standardberechnungen hinausgehen. Die Entwicklung neuartiger Tragwerkskonzepte (topologieoptimierte Strukturen, adaptive Fassadensysteme, modulare Hybridbauweisen), die Simulation komplexer Boden-Bauwerk-Interaktionen und die numerische Modellierung innovativer Verbindungstechniken (Klebverbindungen im Bauwesen, integrierte Sensorik) erfordern experimentelle Validierung und iterative Optimierungsschleifen.
Nachhaltigkeits-F&E gewinnt in der Baubranche zunehmend an Bedeutung und bietet erhebliches Förderpotenzial. Die Entwicklung CO₂-reduzierter Zementformulierungen, kreislauffähiger Baukonstruktionen (Design for Disassembly), energieautarker Gebäudekonzepte und innovativer Gebäudetechnik (z. B. Eisspeicher, Betonkernaktivierung mit Wärmepumpe) sind typische förderfähige Vorhaben. Auch die Entwicklung automatisierter Bauprozesse – Robotik im Mauerwerksbau, 3D-Betondruck, drohnengestützte Baustellenüberwachung – qualifiziert sich regelmäßig für die Forschungszulage.
Typische Fördersummen in der Bauindustrie
Rechenbeispiel: Bauunternehmen mit eigener F&E-Abteilung
- • 5 Bauingenieure und 2 Werkstoffwissenschaftler (Bruttolohn: 560.000 €)
- • F&E-Anteil neuartige Betonrezepturen (ca. 50 %): 280.000 €
- • Auftragsforschung Materialprüfung: 70.000 € (70 % = 49.000 €)
- • Forschungszulage (25 %): 82.250 € / Jahr
Rechenbeispiel: BIM-Technologieentwickler
- • 4 Software-Entwickler für BIM-Automation (Bruttolohn: 340.000 €)
- • F&E-Anteil (ca. 65 %): 221.000 €
- • Jährliche Forschungszulage: 55.250 €
Förderfähige F&E in der Bauindustrie
Häufige Fragen
Weiterführende Inhalte zur Forschungszulage
Vertiefen Sie Ihr Wissen mit unseren spezialisierten Ressourcen:
BIM & nachhaltige Baustoffe als Förderthemen
Building Information Modeling und nachhaltige Baustoffforschung sind zwei der vielversprechendsten Förderbereiche für die Bauindustrie über die Forschungszulage.
Building Information Modeling (BIM)
- •Entwicklung proprietärer BIM-Algorithmen zur automatisierten Kollisionsprüfung und Bauablaufsimulation
- •KI-basierte Mengenermittlung und Kostenprognose direkt aus 3D-BIM-Modellen
- •Erforschung interoperabler Datenformate (IFC 5.0) für herstellerübergreifenden Datenaustausch
- •Digitale Zwillinge für Bestandsgebäude mit Echtzeit-Monitoring über IoT-Sensorik
Nachhaltige Baustoffe & Structural Engineering
- •Erforschung CO₂-reduzierter Betonrezepturen (Geopolymerbeton, LC3-Zement)
- •Entwicklung neuartiger Holz-Hybrid-Konstruktionen für mehrgeschossige Gebäude
- •Recycling-Baustoffe: Forschung an kreislaufgerechten Tragwerken und Rückbaukonzepten
- •Additive Fertigung (3D-Druck) im Bauwesen – Materialentwicklung und Prozessoptimierung
BIM-Pflicht: Ab 2025 ist BIM für öffentliche Infrastrukturprojekte in Deutschland verpflichtend. Bauunternehmen, die eigene BIM-Werkzeuge oder -Prozesse entwickeln, können diese F&E-Aufwendungen oft über die Forschungszulage geltend machen – ein Vorteil, den viele Unternehmen in der Branche noch nicht kennen.
